Mitte | Holzstraße: sicheres Radfahren ermöglichen

Interfraktioneller Antrag mit Bündnis 90/Die Grünen.

Begründung:

Am vergangenen Samstag, den 23. Oktober, ereignete sich auf dem Radweg in der Holzstraße ein Verkehrsunfall, bei dem eine Radfahrerin durch eine Autofahrerin schwer verletzt wurde. Leider ist dieser Radweg ein Unfallschwerpunkt, wie der Unfallatlas des Statistischen Bundesamts zeigt.

Historie

Der Wunsch des Bezirksbeirats Mitte, diesen Radweg nach dem Bau des Dorotheenquartiers nicht wie zuvor wieder auf dem Gehweg zu bauen, sondern eine der beiden Fahrspuren zu nutzen, ist bereits einige Jahre alt. Am 9. September 2013 wurde einstimmig beschlossen:

Der Bezirksbeirat spricht sich dafür aus, die Fahrspur in der Holzstraße, die momentan wegen der Baustelle gesperrt ist, nach Abschluss der  Bauarbeiten als Fahrradspur auszubauen.

Im April 2012 wurde der Bezirksbeirat Mitte durch das Amt für öffentliche Ordnung informiert, dass die Nutzung der rechten Fahrspur der Holzstraße als Geh- und Radweg während der Baustelle des Erweiterungsbaus der Firma Breuninger „keine größeren Auswirkungen […] auf den Verkehrsfluss“ hatte und „nach einer Erprobungsphase an dem Baustellenkonzept festgehalten wurde“. Im Dezember 2014 gab es die Stellungnahmen der Verwaltung. Das Amt für öffentliche Ordnung befürchtet eine starke Belastung des Straßennetzes des Cityrings durch S21 und kann die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Cityrings noch nicht einschätzen. Auch überbreite Schwertransporte müssten über die Holzstraße geführt werden.

Bürgermeister Hahn (Städtebau und Umwelt) widersprach der Antwort des Amtes und teilt mit, dass dies nicht der Sicht der Stadtverwaltung entspricht und man eine Umnutzung der rechten Fahrspur unterstützt, da dies bereits durch Baustellen mehrere Jahre der Fall war. Im März 2017 wurde die Nutzung der rechten Fahrspur als Radweg im Gemeinderat beantragt (Antrag Nr. 93/2017). Die Verwaltung hat nun Stellung genommen und erläutert, dass aufgrund der Bushaltestelle Dorotheenstraße, die drei Linien bedient und als Ablösepunkt für Busfahrer*innen dient, dies nicht möglich ist. Die beiden Spuren seien für „einen geordneten Verkehrsablauf aller Verkehrsarten und den stabilen Betriebsablauf der Buslinien“ erforderlich.

Im Oktober 2017 berichtete die Verwaltung im Bezirksbeirat Mitte, dass an der Zufahrt zur Tiefgarage Dorotheenquartier sogenannte „Kölner Teller“ installiert werden. Im Dezember 2017 beantragte der Gemeinderat (Antrag Nr. 268/2017) Auskunft über die Kapazitäten des Radwegs Holzstraße. Damals stand in der Stellungnahme, dass diese ausreichen wären, um das vorhandene und in den nächsten Jahren wachsende Radverkehrsaufkommen abzuwickeln. Im Februar 2018 gab es einen weiteren Antrag im Gemeinderat (Antrag Nr. 52/2018), der eine Umgestaltung des Radwegs fordert, die Konflikte vermeidet, diesen verbreitert und begradigt. In der Stellungnahme der Verwaltung heißt es, dass großflächig Verkehrspoller installiert werden sollen, die auch in Bereichen von Zufahrten vorgesehen sind, die das Befahren der Fuß- und Radverkehrsfläche unterbinden sollen. Eine Begradigung wird abgelehnt, da hierfür Bäume gefährdet sind.

Im Mai 2018 beantragte der Bezirksbeirat, dass an der Ausfahrt der Dorotheenstraße zur Holzstraße ein STOP-Schild und ein Hinweis „Radweg kreuzt“ angebracht werden sollen. Dies wurde nur teilweise umgesetzt – hier steht lediglich ein „Vorfahrt achten“-Schild sowie der Hinweis „Radweg kreuzt“.

Fazit

Seit dem Bau des Dorotheenquartiers kämpft der Bezirksbeirat für eine gute Radwegverbindung in der Holzstraße. Der aktuelle Radweg ist ein deutlicher Rückschritt gegenüber der zuvor vorhandenen Fahrradstraße in der Münz- bzw. Marktstraße, ist für einen Zweirichtungs-Radweg an einer Hauptradroute mit 2,50 m zu schmal, zu stark und häufig verschwenkt und bietet trotz mehrfacher Verbesserungen zu viel Konfliktpotential mit PKWs und LKWs.

Daher beantragen wir:

1. Der Radweg Holzstraße soll zukünftig auf der rechten Spur der Holzstraße geführt werden. Dies hatte mehrere Jahre lang keine größeren Auswirkungen auf den Verkehrsfluss, weshalb wir die Verwaltung bitten, gemeinsam mit der SSB nach einer Lösung zu suchen.

2. Die Zufahrt in die abzweigende Fußgängerzone Rosenstraße soll durch Verkehrspoller unterbunden werden.

3. Die Installation von Bremsschwellen vor der Zufahrt und Ausfahrt der Tiefgarage Dorotheenquartier sollen das Tempo der KFZ effektiv drosseln

Antragsdokument